Der Bergbau wurde im Fichtelgebirge seit dem 14. Jahrhundert intensiv betrieben. Bereits vorher aber schon werden Goldseifen ( Waschgoldfunde ) erwähnt, die am Weißen Main in Betrieb waren, bzw. wird von den alten Venezianern erzählt, die im Fichtelgebirge Lesesteine sammelten und die über das gelbe Erz bereits gut informiert waren und dessen Wert erkannt hatten.

 

Die Blütezeit war aber das 14. Jahrhundert, als man im Goldkronacher Revier ca. 9 kg Gold pro Woche gewinnen konnte.

Um 1740 wurde eine Bergwerkserhebung durchgeführt und man zählte in unserem Raum, von der jetzigen Autobahn A9 beginnend bis über Goldkronach nach Nemmersdorf hin, ca. 100 Bergwerke und Abbaustellen ( Fundgruben ). Längst hat man nicht nur nach Gold geschürft, sondern es wurde Silber, Kupfer, Brauneisen, Antimon und Alaunschiefer abgebaut.

 

Hier in Bad Berneck war es das Brauneisen und der Alaunschiefer. Das Brauneisen im Bergwerk "Bergmannsglück" von 1478 bis 1858 und den Alaunschiefer im Bergwerk "Beständiges Glück" von 1486 bis 1841. Das Brauneisen wurde in benachbarten Ortsteilen, z.B. Röhrenhof verhüttet. Von diesem Bergwerk sind heute keine Relikte mehr vorhanden. Wir befinden uns hier auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks "Beständiges Glück" mit dem Alaunschieferabbau.

 

Es war ein großes Bergwerk mit Schachtanlagen, mehreren Stollen und Abbaustrecken. Alaunschiefer wurde im Freien auf größeren, zusammengezimmerten Holzflächen mit Ablaufrinnen aufgeschüttet. Alaunschiefer enthält Schwefelkies. Durch die natürliche, witterungsbedingte Auslaugung wurde Schwefelsäure freigesetzt, die in Behältern aufgefangen wurde. Schwefelsäure wurde zum Großteil in den Gärbereien zur Lederherstellung verwendet.

 

Heute ist nur noch der untere Entwässerungsstollen auf eine Länge von ca. 170 m begehbar, aber nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

 

Zwei erwähnenswerte Ereignisse haben in diesem Bergwerk stattgefunden. Alexander von Humboldt, jedem bekannt, weilte in den Jahren 1792 bis 1797 im Bergrevier Goldkronach, wobei er in der alten Goldmühle im Ortsteil Goldmühl wohnte.

In diesem Bergwerk hat er ein von ihm selbst entwickeltes Atemgerät und eine Grubenlampe, den Lichterhalter, getestet und wäre dabei fast ums Leben gekommen.

Wegen der besonders schlechten Grubenwetter hat er dieses Bergwerk ausgewählt. Er hat einen Seitenstollen sehr gut abgedichtet, damit nur noch wenig Sauerstoff vorhanden war. Dies wurde ihm zum Verhängnis. Er ist ohnmächtig geworden und wäre erstickt. wenn nicht sein Begleiter, Oberbergmeister Killinger, unruhig geworden wäre und nachgesehen hätte. So konnte Humboldt noch rechtzeitig aus dem Stollen an das Tageslicht ziehen.

Als dieser wieder zu sich kam galt sein erster Gedanke seinem Lichterhalter. Sofort ging er wieder in den Stollen und siehe da, zu seiner großen Freude brannte immer noch die Flamme des Lichterhalters.

 

Eine zweite Begebenheit war eine große Feier, die Freiherr von Reitzenstein zu Ehren des bekannten Feldmarschalls Blücher am 25. Januar 1806 in diesem Bergwerk ausstattete. Es spielte die Regimentskapelle, in den Seitenorten waren Sitzräume eingerichtet, eine festliche Beleuchtung war arrangiert und Speisen und Getränke angerichtet.

Viele Ehrengäste, darunter der Herzog und Prinz von Braunschweig, waren geladen. Unter Böllerschüssen schritt der Feldmarschall in das Bergwerk und man feierte und tanzte bis in den Morgen.

 

Dieses Bergwerk wurde 1841 geschlossen und als um ca. 1865 der Waldsassener Fabrikant Wilhelm Rother seinen Ruhesitz nach Berneck verlegte und dieses Gelände erwarb, errichtete er für jedermann zugänglich auf den alten Schutthalden des Bergwerkes den Rotherspark.

Von seinen Weltreisen brachte er Gewächse, Laub- und Nadelhölzer mit, um diese hier anzupflanzen. So entstand im Rotherspark der "Dendrologische Garten". Als Rother 1898 starb, vererbte er der Stadt sein gesammtes Vermögen.